Erläuterungen
Drei Motive haben den Brückenentwurf geleitet.
Vorsichtiger Umgang mit der Landschaft (Genius loci)
Auf der Höhe der Zeit zu konstruieren (Ingenium)
Heutigem Lebensgefühl zu entsprechen (Libertas)
Die Brücke in der Landschaft Der Brückenschlag liegt zwischen
den Stadtbrücken Dresdens und dem 'blauen Wunder Loschwitz'. Orten,
die städtisch geprägt sind und typische Brückenformen
hervorgebracht haben. In Dresden verschiedenen Stils, vom Historismus bis zur
Moderne. In Loschwitz eine dem technischen Fortschritt verschriebene Ingenieurkonstruktion
des 19. Jahrhunderts. Der Ort des neuen Brückenschlags ist ein Ort
dazwischen. Die Stadt tritt zurück. Es ist ein landschaftlich geprägter
Ort. Diese seine typische Eigenschaft darf nicht verwischt werden.
Ansicht
Deswegen,
werden auffällige Brückenköpfe oder dammartige Böschungen
mit massiven Widerlagern vermieden,
werden Zahl und Abmessungen der Pfeiler auf ein Minimum reduziert,
wird das Tragwerk so leicht wie möglich ausgebildet (innere Verstärkung
der Pfeiler gegen Schiffstoß),
werden auffällige Masten von der Brückenkante zur Mitte
zurückgenommen und die Breite der Brücke reduziert,
wird der Käthe-Kollwitz-Weg stadtseitig um die Festwiese geführt,
wird eine Brückenform eigener Prägung entwickelt, die zu den
benachbarten Brücken weder Dresdens noch Loschwitz' Beziehung aufnimmt,
wird die Brücke auf kürzestem Wege geradlinig geführt,
schwingt sich die Brücke zwar rhythmisch gegliedert, jedoch in einer
Bewegung von Talkante zu Talkante, zerfällt sie nicht in die Teile
Vorlandbrücken, Strombrücken; die Weite der Landschaft
wird betont.
Die natürliche Landschaft kennt nicht die Gerade und auch nicht
die geometrisch abstrakte Form. Die Bewegung der Welle jedoch ist ihr
nicht fremd. Die Schwingung der Welle in das Bild des Brückentragwerkes
aufzunehmen, erscheint daher geeignet, die Brücke in die Landschaft
einzufügen.
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